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Bell, Katze, bell! Von Widerstand und feinem Schinken

"Wir leiden nur dann, wenn wir einen Gedanken glauben, der mit dem streitet, was ist. (...) Wenn du willst, dass die Wirklichkeit anders ist, als sie ist, kannst du genauso gut versuchen, einer Katze das Bellen beizubringen. Du kannst es immer weiter probieren und zum Schluss wird die Katze zu dir aufschauen und Miau sagen. Die Wirklichkeit anders haben zu wollen, als sie ist, ist aussichtslos." (Byron Katie, Kleines Büchlein, Seite 4) 

 

Warum ist das bitte schön so einleuchtend und im Alltag hapert's? "Miau". Immer wieder bin ich im Widerstand mit dem was ist. Stecke meine Energie rein, reib mich auf. Und merke es nicht. Das "Wauwau" kommt mir in diesem Moment einfach so richtig vor. So logisch und wahr. Also bezirze ich die Katze mit Schinken, rede ihr gut zu, manipuliere, tue, mache. Innerlich beiße ich die Zähne zusammen: "Komm schon! Ein kleines 'Wauwau'. Das wird doch nicht so schwer sein!" Die Katze schaut auf."Miau". Pah! Wieder einmal mehr. Und in mir brodelt es. Bis ich resigniere. Und dann geht ein neues Gedankenkarussell los. Jetzt mal ehrlich? Wer braucht schon, dass das blöde Vieh bellt?! Ich nicht. Ehrlich nicht. Und außerdem: Da steh ich ja sowas von drüber! Sowieso. Bin ja schließlich reflektiert. Und dann, dann fällt mir ein: "Loslassen!", das gibt's ja auch noch. Wenn man loslässt, das weiß jeder, bekommt man endlich was man will.

Dieses Wissen wärmt den Grant-vollen Bauch und stärkt das angeschlagene Ego. Der Alltag geht weiter und ich vergesse die Katze. Bis ... ja, bis sie mir wieder einfällt. Dann pirsche ich mich von hinten an sie heran, luge ums Eck und spitze die Ohren. Vielleicht ja JETZT. -"Miauuuuu".

Grrrrrr.

 

Und die Moral von der Geschicht: Katzen, die bellen, gibt es nicht.

 

Und noch etwas fällt mir ein: Jedesmal wenn ich glaube, reflektiert zu sein, lohnt es sich darüber zu reflektieren ;-)

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