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Warum ich nicht bügeln SOLLTE

Hast du auch einen Wäscheberg zuhause rumstehen, der gebügelt werden sollte? Ich habe einen. Einen ziemlich fiesen sogar. Das Gemeine an diesem Wäscheberg ist nämlich: Genau dann, wenn ich mit meiner Tasse Kaffee auf der Couch sitze, fällt er mir ein. Sofort spüre ich diesen Druck in der Brust, wo gerade noch Leichtigkeit war. Und dann: Als hätte ich vergessen, dass ich mich entspannen wollte, wandert mein Blick im Raum herum und bleibt an der Anzeige des Geschirrspülers hängen. Der sollte auch ausgeräumt werden. Und der Boden sieht auch schon wieder aus wie Sau und die Rechnungen hätte ich gestern schon überweisen sollen. Jetzt ist es endgültig vorbei mit der Entspannung. Dabei bin ich einfach nur müde und will doch in Ruhe meinen Kaffee trinken. Das Spannende, wenn ich wieder mal in "Sollte"-Gedanken festhänge: Wenn ich sie glaube, dann TUE ich es nicht. Ich blockiere mich selbst, baue mir immer mehr Druck auf und sehe plötzlich überall um mich herum Dinge, die nicht in Ordnung sind. Der Druck wächst mit jedem Gedanken. Doch sind diese Gedanken überhaupt wahr? Sollte ich die Wäsche bügeln, wo ich es doch gerade mit mir so gemütlich habe? Und sollte ich tatsächlich genau in diesem Moment den Geschirrspüler ausräumen oder mich um unbezahlte Rechnungen kümmern? NEIN, das sollte ich nicht. JETZT trinke ich nämlich meinen Kaffee. Gemütlich auf der Couch mit mir. Und das fühlt sich einfach nur gut an. Und die Wäsche und der Geschirr-


spüler, der Boden und die Rechnungen? Um die sollte ich mich keine Sekunde früher kümmern, als ich es tue. Das Leben ist so schön, ohne SOLLTE in meinem Kopf. 

Übrigens, was ich auch schon herausgefunden habe: Wäscheberge sind geduldig. Es ist mir noch nie einer davongelaufen. Echt nicht.



Vorankündigung

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