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Vom Kaffee trinken und Katzenkindern, die am Vorhang schaukeln

Und so kam es, dass ins Leben der Alltagsheldin wieder zwei Katzenkinder einzogen. Winnie-Wirbelwind und Henry, der Chiller. Seitdem schwebt die Alltagsheldin ganz beseelt durch ihren Alltag. Hatte sie doch total vergessen, wie es ist, Katzenkinder im Haus zu haben. Das Gefühl, wenn ihr zwei kleine Fellknäuel um die Knöchel flitzen. Wie groß die Freude ist, wenn die zwei Kleinen ihr Geschäft brav im Katzenkisterl verrichten. (Darüber freut sich die Alltagsheldin sehr oft am Tag!) Wie es sich anfühlt mit so einem kleinen schnurrenden Wesen auf der Couch zu liegen und das weiche Fell zwischen den Finger zu spüren. Und was sie auch total vergessen hatte: Wie viel Freude so Katzenkinder dabei haben, im Vorhang zu schaukeln.

"Nein, Henry! Runter da!", ruft die Alltagsheldin dann immer mit ernster Stimme, beeilt sich zum schaukelnden Katzenkind und hilft, die kleinen Krallen aus dem feinen Stoff zu lösen. Doch so ernst sie beim Rufen und beim Krallenherauslösen auch schaut - innerlich lächelt sie. Weil ihr der Vorhang in Wirklichkeit schnurzpiepsegal ist. Der hat nämlich schon einige gezogene Fäden und wenn man genau schaut, auch einige Löcher. Auf ihm hatten nämlich schon vor vielen Jahren zwei Katzenkinder geschaukelt - damals war das Haar der Alltagsheldin noch braun und wallte ihr bis über die Schultern und ihre Lachfältchen waren nicht mal halb so tief. "Wenn die beiden groß und ruhig sind", hatte sich die Alltagsheldin damals geschworen, "dann kaufe ich mir einen neuen Vorhang."

Wie gut, dass die Alltagsheldin ihre Vorsätze so oft vergisst. Der Vorhang ist mittlerweile 15 Jahre alt und abgesehen von den Fäden und kleinen Löchern sieht er auch um keinen Tag älter aus. Warum die Alltagsheldin mit ernster Stimme "Nein, Henry, runter da!", ruft, wenn der Kleine wieder mal im Vorhang schaukelt, weiß sie selber nicht. Wahrscheinlich, weil da irgendwo in ihr Gedanken rumschwirren, wie "Das tut man nicht!" Oder "Das kann man doch nicht angehen lassen!" Oder "Wo kommen wir denn da hin, würde das jeder tun?!" Eigentlich ist es auch ganz egal. Denn das innerliche Lächeln der Alltagsheldin, wenn eines der beiden Katzenkinder wieder mal den Vorhang erklimmt, ist riesengroß. Pfeif auf die herumschwirrenden Gedanken! Und wenn sie auf die Gedanken pfeift, pfeift sie bestimmt auch bald auf die ernsten Ermahnungen. Und wenn dieser Tag gekommen ist - ich schwör's - dann schenkt sie sich eine Tasse Kaffee ein, lehnt sich genüsslich zurück und beobachtet mit richtig viel Katzenmutterstolz im Herzen, ob es heute passieren wird. Ob heute der Tag sein wird und es eines der beiden Kleinen endlich hoch bis zur Karniese schafft.

 

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